Artikel aus einer Zeitschrift in deiner wissenschaftlichen Arbeit zitieren

Ein Zeitschriftenartikel (auch Journal Article genannt) ist ein wissenschaftlicher Text, der in einer periodisch erscheinenden Fachzeitschrift veröffentlicht wird. Er präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse, Theorien oder methodische Diskussionen zu einem sehr spezifischen Thema. Diese Quellen sind das Rückgrat deiner wissenschaftlichen Arbeit. Sie bilden den absolut neuesten Stand der Forschung ab und haben vor ihrer Veröffentlichung strenge Qualitätskontrollen durchlaufen. In diesem Beitrag zeige ich dir genau, wie du diese wichtigen Quellen fehlerfrei im Text zitierst und im Literaturverzeichnis angibst.

Wissenschaftliche Zeitschriften als Quelle nutzen

Fachzeitschriften bieten dir ein deutlich aktuelleres und spezifischeres Wissen als klassische Lehrbücher. Wenn du eine Hausarbeit oder Thesis schreibst, beweist die Nutzung solcher Artikel, dass du dich tiefgehend mit dem aktuellen wissenschaftlichen Diskurs auseinandersetzt.

Typische Merkmale dieser Literaturform sind:

  • Qualitätssicherung durch ein Peer-Review-Verfahren (die Begutachtung durch andere, unabhängige Forschende).
  • Ein starker Fokus auf ein sehr enges, spezifisches Forschungsfeld oder eine konkrete Fragestellung.
  • Eine regelmäßige Erscheinungsweise (z. B. monatlich oder vierteljährlich), die in Jahrgängen und Heften organisiert ist.

Früher hast du diese Zeitschriften physisch in der Bibliothek gesucht und kopiert. Heute liest du fast ausschließlich die Online-Versionen als PDF oder HTML-Dokument. Inhaltlich und zitiertechnisch sind Print- und Online-Versionen jedoch völlig identisch, solange du die finale, offiziell veröffentlichte Fassung nutzt.

Tipp zur Quellensuche

Nutze Google Scholar oder die fachspezifischen Datenbanken deiner Universitätsbibliothek (wie PubMed oder EBSCO). Suche dort gezielt nach dem DOI (Digital Object Identifier) des Artikels, um die Quelle später blitzschnell in dein Literaturverwaltungsprogramm zu importieren.

Eine wissenschaftliche Zeitschrift im Text zitieren

Der Verweis auf den Artikel gehört direkt an die Stelle in deinem Text, an der du dich auf die fremden Gedanken beziehst. Du platzierst den Kurzbeleg entweder direkt nach dem zitierten Satz oder integrierst ihn fließend in deinen eigenen Satzbau.

Bei wörtlichen (direkten) Zitaten übernimmst du den Originaltext exakt. Du setzt den übernommenen Text zwingend in Anführungszeichen und nennst im Kurzbeleg den Nachnamen der verfassenden Person, das Jahr und die exakte Seitenzahl. Ein häufiger Fehler ist hier das Vergessen der konkreten Seite, was ein Zitat unvollständig macht.

Bei sinngemäßen (indirekten) Zitaten fasst du die fremde Idee in deinen eigenen Worten zusammen. Anführungszeichen entfallen hier. Du nennst Autor und Jahr. Die Angabe der Seitenzahl ist bei indirekten Zitaten in vielen Stilen (wie APA) optional, wird aber oft empfohlen, um deiner Leserschaft das Auffinden der Stelle zu erleichtern.

Beispiel für direkte und indirekte Zitate im Text

Direktes Zitat: "Schlafmangel reduziert die kognitive Leistungsfähigkeit von Studierenden um bis zu 30 %" (Müller, 2023, S. 15).

Indirektes Zitat: Aktuelle Studien zeigen, dass mangelnder Schlaf die Konzentration im Uni-Alltag erheblich beeinträchtigt (Müller, 2023).

Eine Zeitschrift im Literaturverzeichnis angeben

Im Literaturverzeichnis listest du alle Quellen, die du im Text verwendet hast, vollständig auf. Der Aufbau für Artikel aus Fachzeitschriften folgt dabei immer einer festen, chronologischen Logik, unabhängig davon, ob du APA, Harvard oder die Deutsche Zitierweise nutzt.

Ein vollständiger Eintrag setzt sich aus diesen Elementen zusammen:

  1. Verfassende/r des Artikels
  2. Erscheinungsjahr
  3. Titel des Artikels
  4. Titel der Zeitschrift
  5. Band (Jahrgang) und Nummer (Heft)
  6. Seitenbereich des gesamten Artikels
  7. URL oder DOI (bei Online-Quellen).

Achte genau auf die vorgegebene Interpunktion deines Zitierstils. Nachfolgend betrachten wir den vollständigen Aufbau für unser Beispiel nach den gängigen APA-Richtlinien.

Beispiel für einen vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis

Müller, J. (2023). Die Auswirkungen von Schlafmangel auf die Konzentration von Studierenden. Zeitschrift für Kognitionspsychologie, 12(4), 14-28. https://doi.org/10.1234/zkp.2023.12.4

Verfassende/r des Artikels

Du nennst im Literaturverzeichnis immer zuerst den Nachnamen der Person, gefolgt von einem Komma und den Initialen der Vornamen. Manche Stile verlangen auch den ausgeschriebenen Vornamen, prüfe hierzu die Vorgaben deines Instituts.

Wenn ein Artikel von mehreren Personen geschrieben wurde, listest du diese in der Reihenfolge auf, wie sie auf dem Artikel abgedruckt sind. Bei zwei bis zwanzig Personen nennst du im Literaturverzeichnis in der Regel alle Namen. Du trennst sie durch Kommata und verbindest die letzten beiden Namen mit einem kaufmännischen Und (&) oder dem ausgeschriebenen Wort "und".

Vermeide den Fehler, die Reihenfolge der Namen alphabetisch zu sortieren. Die Reihenfolge auf dem Originaldokument zeigt die Gewichtung der wissenschaftlichen Beteiligung an.

Beispiel für mehrere Verfassende

Müller, J., Schmidt, A. & Weber, T.

Jahr

Das Erscheinungsjahr folgt direkt auf die Namen der Verfassenden. Je nach Zitierstil setzt du die Jahreszahl entweder in runde Klammern (z. B. bei APA und Harvard) oder du trennst sie lediglich mit einem Punkt vom Namen ab.

Sollte auf dem Artikel ausnahmsweise kein Publikationsjahr zu finden sein, verwendest du die Abkürzung "o. D." (für "ohne Datum") oder im Englischen "n.d." (für "no date"). Bei wissenschaftlichen Zeitschriften kommt dies jedoch extrem selten vor.

Achtung

Nutze immer das Jahr der tatsächlichen, finalen Veröffentlichung des Bandes. Verwende nicht das Jahr, in dem der Artikel vielleicht vorab als "Online First"-Version auf der Website erschienen ist, da sich diese Jahreszahlen manchmal unterscheiden.

Titel des Artikels

Der Titel des eigentlichen Beitrags wird in der Regel ganz normal in regulärer Schrift formatiert. Du setzt ihn weder kursiv noch in Anführungszeichen.

Bei der Groß- und Kleinschreibung folgst du im Deutschen den normalen Rechtschreibregeln. Zitierst du einen englischen Artikel im APA-Stil, wendest du das sogenannte "Sentence case" an: Du schreibst nur das erste Wort des Titels, das erste Wort eines möglichen Untertitels (nach einem Doppelpunkt) sowie Eigennamen groß. Der Rest wird kleingeschrieben.

Titel der Zeitschrift

Im Gegensatz zum Artikeltitel wird der Name der Publikation (also die Zeitschrift selbst) optisch hervorgehoben. Dies geschieht in fast allen Zitierstilen durch kursive Formatierung.

Beim Umgang mit dem Zeitschriftentitel gibt es klare Regeln für Abkürzungen, die du beachten musst:

  • Ausgeschriebene Titel.
    In den meisten geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen schreibst du den Namen der Zeitschrift vollständig aus (z. B. Journal of Applied Psychology).
  • Standardisierte Abkürzungen.
    In Fächern wie der Medizin oder Chemie werden oft offizielle ISO-Abkürzungen verlangt. Hier kürzt du die Wörter nach festen Listen ab (z. B. J. Appl. Psychol.).
  • Feste Akronyme.
    Wenn die Zeitschrift primär unter einem Akronym bekannt ist und dieses als offizieller Titel fungiert (z. B. JAMA für das Journal of the American Medical Association), behältst du das Akronym bei.

Band und Nummer

Wissenschaftliche Journale sind strukturiert organisiert. Der "Band" (auch Jahrgang oder Volume genannt) fasst alle Ausgaben zusammen, die in einem bestimmten Jahr erschienen sind. Die "Nummer" (auch Heft, Issue oder Ausgabe) bezeichnet das konkrete Einzelheft innerhalb dieses Jahrgangs.

Die typische Formatierung sieht vor, dass der Band direkt nach dem Zeitschriftentitel steht und ebenfalls kursiv formatiert wird. Die Heftnummer folgt unmittelbar danach ohne Leerzeichen in runden Klammern, wird jedoch in normaler (nicht kursiver) Schrift gesetzt.

Beispiel für Band und Heftnummer

Zeitschrift für Kognitionspsychologie, 12(4)

Seitenbereich

Im Literaturverzeichnis musst du zwingend den gesamten Seitenbereich angeben, auf dem der Artikel abgedruckt ist. Du notierst also die erste und die letzte Seite des Textes, getrennt durch einen Halbgeviertstrich (Gedankenstrich).

Je nach Vorgabe verwendest du vor den Zahlen die Abkürzung "S." (für Seite) oder im Englischen "p." bzw. "pp.". Einige Stile, wie APA, lassen diese Abkürzungen bei Zeitschriftenartikeln komplett weg und nennen nur die reinen Zahlen.

Wichtiger Unterschied

Verwechsle diesen Seitenbereich niemals mit der exakten Seitenzahl in deinem Textverweis! Im Fließtext nennst du nur die eine spezifische Seite, von der dein Zitat stammt (z. B. S. 15). Im Literaturverzeichnis nennst du die Spanne des gesamten Artikels (z. B. 14-28).

URL oder DOI

Da du heute fast alle Artikel digital liest, ist ein eindeutiger digitaler Identifikator unverzichtbar. Der DOI (Digital Object Identifier) ist ein permanenter Link, der immer zum richtigen Dokument führt, selbst wenn die Website der Zeitschrift umstrukturiert wird.

Du formatierst den DOI immer als vollständigen, anklickbaren HTTPS-Link. Das alte Format (bei dem nur "doi:" vor der Nummer stand) ist veraltet. Fehlt der DOI, suchst du die permanente URL (Permalink) der Zeitschriften-Website heraus und fügst diese stattdessen ein.

Beispiel für eine DOI-Formatierung

https://doi.org/10.1234/zkp.2023.12.4

Fazit und abschließende Gedanken

Das korrekte Zitieren eines Zeitschriftenartikels ist kein Hexenwerk, wenn du dem festen Bauplan folgst. Du verweist im Text kurz auf die Verfassenden sowie das Jahr und listest im Literaturverzeichnis alle Details lückenlos auf, vom Autor über den Titel bis hin zu Band, Heft und DOI. Wenn du dich konsequent an die Interpunktions- und Formatierungsregeln deines gewählten Zitierstils hältst, baust du ein professionelles Fundament für deine wissenschaftliche Arbeit.

Nutze Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero, Citavi oder Mendeley. Wenn du dort den DOI eines Artikels eingibst, ziehen sich diese Tools automatisch alle korrekten Metadaten und formatieren sie fehlerfrei für dein Literaturverzeichnis. Das spart dir Stunden an manueller Tipparbeit.